Gefährdungsbeurteilung
Der Katalog: vier Säulen
Mit Ort, Tätigkeit und Rettung wählen Sie, worum es beim Einsatz geht. HEROS stellt daraus die passenden Gefährdungen aus dem Katalog zusammen – als Vorschlag, den Sie prüfen.
Teil des Handbuchs zu HEROS — Workforce Safety ERP, dem ERP für Industriekletterer, SZP, Windservice und Schulungszentren. Mehr dazu: Sicherheits- und Höhenmanagement
Die vier Säulen
| Säule | Was sie abdeckt |
|---|---|
| A Basis | Gefährdungen, die bei jedem Seilzugang gelten. HEROS ergänzt sie automatisch; Sie wählen hier nichts aus. |
| B Ort | Gefährdungen des Einsatzorts, etwa Turm, Fassade oder enger Raum. |
| C Tätigkeit | Gefährdungen der Arbeit selbst, etwa Heißarbeiten oder Asbest im Bestand. |
| D Rettung | Das Rettungskonzept. Es ist Pflicht – ohne Rettung keine Freigabe. |
Ihre Auswahl treffen Sie im Reiter Einsatz im Bereich Gefährdungsbereiche in den Feldern Ort, Tätigkeit und Rettung. In jedem Feld können Sie mehrere Einträge wählen; hinter jedem Titel steht ein kurzer Hinweis, wofür er gedacht ist.
Säule A: Basis
Die Basis umfasst drei Bereiche: Basis-Modul SZP (Systemversagen, Überlastung, Funktionsbeeinträchtigung, Fehlanwendung, unbemerkter Notfall), Witterung: UV-Strahlung, Hitze, Kälte und Körperliche Belastung im Seil.
HEROS fügt die Basis-Gefährdungen hinzu, sobald Sie einen Ort, eine Tätigkeit oder eine Rettung wählen oder einen KI-Entwurf erstellen. Haben Sie nur eigene Zeilen angelegt, erinnert unten eine orange Zeile: „Ort oder Tätigkeit wählen — dann ergänzt HEROS die Basis-Gefährdungen des Seilzugangs.“
Ort wählen
Im Feld Ort stehen:
- Offshore (WEA / Plattform)
- Turm & Mast (Land)
- Urbane Fassade / Glasdach
- Kessel, Silo und enger Raum
- Brückenbauwerke
- Fels- & Hangsicherung
- Stahlbau & Stadiondächer
- Denkmalschutz & Kirchen
- Arbeiten über Wasser
- Nähe elektrischer Freileitungen
- Windenergieanlage (Land und Offshore)
- Dachfläche mit Rückhaltesystem
- Sende- und Radaranlagen im Arbeitsbereich
Sie können höchstens vier Orte wählen. So lässt sich ein Bauwerk mit Eigenschaften wie „Arbeiten über Wasser“ oder „Nähe elektrischer Freileitungen“ kombinieren. Beim fünften meldet HEROS „Ort / Projekt: höchstens 4 Einträge.“
Tätigkeit wählen
Im Feld Tätigkeit stehen:
- Heißarbeiten
- Hochdruck- / Strahlarbeiten
- Lastenhandling / Montage
- Biologische Stoffe (Taubenkot)
- ATEX-Zone (Ex-Schutz)
- Asbest im Bestand
- Alte Mineralwolle (KMF)
- Schimmelpilzbefall (Gebäudesanierung)
- Reinigungs- und Beschichtungsstoffe
- Korrosionsschutz an Stahl- und Gittermasten
- Vibrationsintensive Arbeiten (Handmaschinen)
- Arbeiten an und nahe elektrischen Anlagen des Objekts
Rettungskonzept wählen
Im Feld Rettung steht, solange nichts gewählt ist, „Pflichtfeld — Rettungskonzept wählen“. Zur Auswahl stehen:
- Standard-Kapprettung / Abseilen nach unten
- Rettung nach oben (Flaschenzug / Winde)
- Wasserrettung
- Technische Rettung aus komplexen Strukturen
- Rettung aus Steigschutz mittels Höhenrettungsgerät
- Rettung über mehrere Ebenen mit Trage
- Rettung aus Windenergieanlage
- Rettungsbereitschaft als Dienstleistung (Höhenrettungsteam)
Manche Orte verlangen ein bestimmtes Rettungskonzept. HEROS wählt es dann selbst und lässt es nicht abwählen, solange der Ort gewählt ist:
| Ort | Rettungskonzept wird Pflicht |
|---|---|
| Kessel, Silo und enger Raum | Rettung nach oben (Flaschenzug / Winde) |
| Offshore (WEA / Plattform) | Wasserrettung |
| Arbeiten über Wasser | Wasserrettung |
Tipp
Wählen Sie das Rettungskonzept immer hier im Feld Rettung – auch wenn Sie die Rettungszeilen später aus der Bibliothek ergänzen. HEROS gibt nur frei, wenn hier ein Rettungskonzept gewählt ist und im Reiter Gefährdungen mindestens eine Rettungszeile steht.
Was die Auswahl bewirkt
Für jeden gewählten Bereich übernimmt HEROS die Katalogzeilen in den Reiter Gefährdungen – mit Maßnahmen, Rechtsbezug in Klammern am Ende des Maßnahmentexts, Vorbewertung von Risiko und Restrisiko, „Alle“ als Wer und einer Art der Einweisung. Treffen bestimmte Bereiche zusammen, kommt eine Zusatzzeile hinzu: Kessel, Heißarbeiten und ATEX-Zone zusammen ergeben „Schweißrauch im engen Raum + Explosionsgefahr“.
Erst auswählen, dann bearbeiten
Ändern Sie Ort, Tätigkeit oder Rettung, baut HEROS die Katalogzeilen neu auf. Dabei gehen Änderungen an Katalogzeilen und Zeilen, die Sie aus der Bibliothek geholt haben, verloren. Eigene Zeilen und KI-Zeilen bleiben erhalten. Legen Sie die Auswahl deshalb fest, bevor Sie die Zeilen bewerten.
Vorlagen aus der Bibliothek
Die Bibliothek enthält alle Katalogzeilen – auch die der nicht gewählten Bereiche sowie klassische Zeilen der Gruppen „Allgemeine Gefährdungen“, „Arbeitsverfahren (SZP)“, „Geplante Arbeiten“ und „Einsatzort“.
- Im Reiter Gefährdungen über der Tabelle auf Aus Bibliothek klicken. Für Rettungszeilen gibt es denselben Knopf über der Tabelle Rettungskonzepte.
- Im Fenster „Gefährdungen aus der Bibliothek“ bzw. „Rettungskonzepte aus der Bibliothek“ die gewünschten Einträge anhaken. Das Feld „Suchen …“ filtert die Liste.
- Übernehmen klicken.
Einträge, die schon in der GBU stehen, bietet HEROS nicht noch einmal an.
Aus einem anderen Vorgang übernehmen
Bei einem ähnlichen Einsatz können Sie eine bestehende GBU als Ausgangspunkt nehmen:
- VorlageAus anderem Vorgang klicken.
- Einen Vorgang wählen. Die Liste zeigt je Vorgang die jüngste Version, freigegebene zuerst.
- Hat die aktuelle GBU schon Inhalt, fragt HEROS, ob er ersetzt werden soll.
Übernommen werden die Auswahl der Bereiche, alle Zeilen, Zugang, Substitutionsprüfung und Zusatzmaßnahmen. Einsatzbeschreibung, Deckblatt und Projektbilder bleiben die des aktuellen Vorgangs.
Keine Kopie ohne Prüfung
Eine übernommene GBU ist ein Startpunkt, keine Beurteilung dieses Einsatzes. Gehen Sie jede Zeile, den Zugang und die Substitutionsprüfung durch und passen Sie sie an das neue Objekt an.
Der Katalog ist ein Vorschlag
Der Katalog deckt typische Seilzugangseinsätze ab, ersetzt aber nicht den Blick auf das konkrete Objekt. Löschen Sie Zeilen, die für den Einsatz nicht zutreffen, und ergänzen Sie, was fehlt. HEROS prüft das bei der Freigabe nicht – das unterscheidet eine Beurteilung von einer Checkliste.